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Jazz-Band schlägt ungewohnte Töne an
27. April 2016
Jazz-Band schlägt ungewohnte Töne an

Der Oldenburger Olaf Gebauer leitet die siebenköpfige Formation. „Jazz trifft Pop“ lautet ihr Konzept.
OLDENBURG Eine rußige, rauchige, stockheisere Stimme ertönt. „I see trees of green, red roses too, I see them bloom, for me and you, and I think to myself, what a wonderful world“, singt Olaf Gebauer und hört sich dabei genauso an wie der „King of Jazz“, Louis Armstrong. Nicht von ungefähr hat sich der Oldenburger den Künstlernamen „Olaf King“ gegeben. Seine Imitation zählt zu den Höhepunkten im Live-Programm der vor gut zehn Jahren von ihm zusammengetrommelten Jazz-Band „Olaf-King-Allstars“.

Für Gebauer ist die aus Musikern verschiedener norddeutscher Spitzenbands bestehende Formation eine „etwas andere Jazz-Band“. „Anders macht uns das sehr breit angelegte Repertoire“, betont Gebauer, der an der Trompete den Ton angibt. „Wir haben uns nicht auf die übliche Dixieland-Richtung festgelegt, sondern schauen sehr intensiv über den Tellerrand hinaus.“ So reiche die musikalische Bandbreite der Band vom klassischen Oldtime-Jazz über Swing, zum Beispiel „New York, New York“ oder „Fly me to the moon“ in der „Schieß’ mich doch zum Mond“-Version von Roger Cicero, bis hin zu Rock’n’Roll (Elvis), Funk (James Brown) sowie Oldies aus Rock und Pop (Chicago, Beatles oder Blood, Sweat and Tears). Jedem Pop-Titel verpasst Arrangeur Bernd Müller ein jazziges Gewand. „Wir erreichen damit zunehmend auch ein jüngeres Publikum, das sich normalerweise nicht für Jazz interessiert“, erklärt Gebauer.

Das Konzept seiner „Allstars“ beschreibt der Bandleader folgerichtig: „Jazz meets Pop“. Unter diesem Titel hat das Septett jetzt seine zweite CD veröffentlicht, die live erstmals am Sonntag, 1. Mai, im „Park der Gärten“ in Bad Zwischenahn vorgestellt wird. Von 11 bis 16 Uhr (mit Pausen) sind die Jazzer auf der Bühne zu erleben. Am Pfingstsonntag, 15. Mai, spielen sie im Garten des Gesellschaftshauses Wöbken in Oldenburg.

14 Stücke befinden sich auf dem neuen Werk, das im Wildeshauser Lighthouse Studio von Keyboarder Rafael Jung produziert wurde. Darauf enthalten ist auch Kurioses wie das Titelthema der 60er-Jahre-Krimireihe „Stahlnetz“ – „ein sehr schweres Ding“, sagt Gebauer. Mit Titelmelodien haben die Allstars gute Erfahrungen gemacht: Ihre Version vom Intro zum ZDF-„Sportstudio“, das von Thomas Reich komponiert und im Original von Max Greger und seiner Big Band eingespielt wurde, ist auf der Video-Plattform „Youtube“ mehr als 15 000 mal aufgerufen worden. „Unser Leitsatz ist: Jeder Titel muss anders klingen, denn wir müssen das Publikum neugierig halten“, meint Gebauer. „Dieses Prinzip hat dazu geführt, dass wir immer wieder ein neues Klangbild haben. Auch unsere vier Sänger sorgen für Abwechslung.“

Gebauer ist bereits als 15-Jähriger vom Jazz-Virus infiziert worden. In einem Musikkeller in seiner Heimatstadt Norden hörte er zum ersten Mal Dixieland-Sound und war begeistert. In Oldenburg hob er 1965 die Tanzband „Four Kings“ aus der Taufe. Den Blick für besondere Talente hat er sich stets bewahrt – als jüngstes Mitglied hat Gebauer den 23-jährigen Sebastian Stanko für seine Allstars gewonnen. Der junge Musiker studiert an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und ist als Tenorposaunist ins Bundesjazzorchester berufen worden.

Als Trompeter trainiert Olaf Gebauer in jeder freien Minute, auch ohne Töne zu blasen. Dabei presst er das Mundstück seines Instruments zwischen die Lippen, um deren Muskulatur zu stärken. So wie Louis Armstrong, der seinen Spitznamen „Satchmo“ seinen breiten Lippen verdankte. Satchmo steht für „satchel mouth“ und heißt so viel wie Quadratmund. „Ganz so schlimm ist es bei mir aber nicht“, lacht Gebauer.

Stephan Onnen, NWZ

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